Quartierfest am Neumarkt im Wetterglück

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Das Quartierfest am letzten Samstag im August ist seit rund vierzig Jahren ein Fixpunkt im Quartierkalender. Dann trifft sich, wer im Quartier wohnt oder sich damit verbunden fühlt, auf dem namensgebenden Neumarkt. So auch in diesem Jahr.

Von Elmar Melliger

Dass das Fest überhaupt stattfinden würde, das war ja lange nicht so gewiss. Denn das Altstadthaus konnte aus finanziellen/personellen Gründen die Organisation nicht übernehmen. Im Juni erst hat sich dann ein OK gebildet und die ehrenamtliche Arbeit aufgenommen.

Später dran als sonst war auch der Run der Kinder auf die Stände am (vom Altstadthaus organisierten) Kinderfest am Nachmittag. Mit Start um 14 Uhr blieb es zunächst mal eine ganze Weile ruhig. Erst so gegen 16 Uhr wuselte eine Schar Kinder herum, während vor allem Erwachsene, vorwiegend Eltern, ihr Glück bei all den Geschicklichkeitsprüfungen versuchten. Reines Glück nötig war dabei am Glücksrad. Wer daran drehte, gegen ein angemessenes Entgelt, konnte Gummibärchen, Sticker oder einen Sirup gewinnen, nochmals am Rad drehen oder bekam zu lesen: «Leider Pech gehapt». Dem Glück nachhelfen konnte man an zwei Stationen mit Büchsen, die es mit einem Ball zu treffen galt, ebenso beim Armbrustschiessen auf den Apfel, wobei die Armbrust mit Saugnapfpfeil niedlich war und kein Apfel verletzt wurde. Die Hände auf den Rücken und ein an einer Schnur baumelndes Willisauer Ringli verspeisen: schon mal probiert? Das ist gar nicht so einfach wie es tönt. Hunger und Durst bekämpfte man mit frisch produzierten Waffeln oder Crêpes und spülte mit fruchtiger Limo nach. Ausserdem durfte man sich mit tollen Kostümen verkleiden und ablichten lassen. Grösster Publikumsmagnet war der Schmuckstand: Hier setzten sich die Kinder, ziemlich ausnahmslos Mädchen, auf eine Decke am Boden und gaben sich, die Zeit bleibt stehen dabei, dem «Chrälele» hin. Unzählige winzige bunte Kunststoffperlen an einem Faden aufreihen, das Ganze wiederholen, zuletzt die Fäden zu einem Band verbinden. Wer spürt schon schmerzende Knie bei solch einem Fest der Sinne?

Vom und fürs Quartier
Ab 17 Uhr, die Kinder mit Ausnahme der «Chrälelerinnen» hatten den oberen Teil des Neumarkts geräumt, stellten dort fleissige Helfer die restlichen Festtische und -bänke auf, um 18 Uhr war der Festbeginn für die Erwachsenen angesagt. Vorbereitungen liefen natürlich schon länger und bereits am Vortag wurde Material angeliefert. Den Aufbau am Samstag zu besorgen hatten sich acht Freiwillige gemeldet. Jedoch standen zu der vereinbarten Zeit, um 10 Uhr, nicht acht Personen bereit, sondern deren siebzehn! Die Freude war gross und der Einsatz dauerte demnach nur etwa halb so lang wie geschätzt.

An dieser Stelle sei allen gedankt, die zum Gelingen des Neumarktfests beigetragen haben. Allen voran Jacqueline Wild, welche im OK die Hauptverantwortung übernommen und das Fest umsichtig und sorgfältig geplant hat. Unterstützt dabei wurde sie von Lucas Nann (und dem Schreibenden), für gute Musik sorgte Isabel Eichhorn, für die Logistik Tobias Wendt, für Transport und mehr: Daniel Bürgisser. Das Fest hat viel zu verdanken dem Theater Neumarkt, Andreas Bögli, ferner Estref Keka für die Montage der Abwaschanlage und vielen anderen, etwa Helen Pinkus für die Gestaltung des Flyers. Zu danken ist allen, die mitgeholfen haben, die Salate und Kuchen gespendet haben, namentlich der Confiserie Honold.

Unspektakulär familiär
Kurz nach Beginn war es bereits schwierig, zwei oder mehr Plätze an einem Tisch zu bekommen, an diesem traumhaften Festwettertag mit Temperaturen, die von 25 sachte gegen 20 Grad glitten. Wer etwas konsumieren wollte, durfte sich eine Weile in Geduld üben. Das Salatbuffet wurde belagert, Risotto in grosser Pfanne war schöpfbereit und der Duft vom Grill betörend. Getränke aller Art wurden flink bereitgestellt und an der Cüpli-Bar lockte Perlendes, während viele sich Kaffee und Kuchen später am Abend gönnen wollten. Am Geschirrwaschstand bereitete sich eine erprobte Truppe auf den Grosseinsatz vor, alles Handarbeit, wohlbemerkt.

Die erste Band – «Klassik Nuevo», Sira Eigenmann (Geige) und Srdjan Vukasinovic (Akordeon) – hatte ihren Gig vorbei und nach der Umbauzeit spielte eine zweite Formation, «Zéphyr Combo». Beide bestachen mit hoher Qualität. Zu guter Letzt legte ein quartierbekannter DJ auf, das war der bereits erwähnte Tobias Wendt. Und so sprangen nach 23 Uhr viele, die das von sich nicht erwartet hätten, auf die Tanzbeine, die sie schwangen, und erreichten hüpfend das Festende. Das war um 1.00 Uhr, mit einem akademischen Viertelstündchen obendrauf, offeriert vom DJ Ihres Vertrauens.
Unnötig zu sagen: Das Neumarktfest, es ist einfach das schönste der Feste.