"Maxim" sorgt für Sex-Ärger an der Schoffelgasse

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Das "Maxim" an der Schoffelgasse ist ein lautes Bordell, dessen Angestellte draussen um Kundschaft werben. Für die Anwohnerschaft tut die Polizei viel zu wenig gegen das illegale Teiben.

Von Lorenz Steinmann

«Es ist wie ein Spalier-Lauf und sehr unangenehm», sagt eine Bewohnerin der Schoffelgasse. Die Auswirkung des Sexgewerbes laufe völlig aus dem Ruder. «Natürlich war das ‹Maxim› schon immer ein Bordell, aber nun ist nur schon das alleine Heimgehen sehr schwierig», so die Bewohnerin weiter. Die leichtbekleideten Damen würden fast immer draussen an Tischchen sitzen und Männer laut und rabiat zum Hineinkommen animieren. Als Frau werde man blöd angemacht. Die Stadtpolizei aber wiegle ab und sehe das Ganze nicht so eng. «Wir sind komplett verzweifelt», so die Leserin. Das Ganze sei seit ein, zwei Jahren − wohl nach einem Halterwechsel − extrem geworden, mit Lärm bis morgens um 5 Uhr.

Zwei, drei Spaziergänge dieser schmalen, eher steilen Gasse entlang zum Rüdenplatz und Limmatquai hinunter zeigen der Redaktion schnell, was es geschlagen hat. Man wähnt sich tatsächlich an der Langstrasse und muss sich − als Mann − höflich, aber sehr bestimmt gegen irgendwelche Angebote wehren. Und ja, ein Kärtchen mit den Sex-Preisen, das bekommt man nicht alle Tage in die Hand gedrückt.

Dabei gilt das «Maxim» mit Eröffnungsjahr 1931 als ältester «Nachtclub» Zürichs. Bei den Fotos des Baugeschichtlichen Archivs findet man klinisch sauber wirkende Bilder der Tanzfläche in den 1940er Jahren. Als Naivling denkt man zusätzlich an die Haifischbar zu früheren Zeiten oder ans «Red Lips» an der Langstrasse, wo gemäss Gerichtsakten Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vinzenz an 500-fränkigem Sekt nippte.

Doch die Website des Maxim bestätigt den aktuellen Eindruck und die Schilderung der Anwohnerschaft. An der Schoffelgasse existiert ein Bordell, wie man es sich vorstellt, sogar mit Darkroom und Geräten, um dem Sadomasochismus zu frönen. Dabei gehört die Schoffelgasse gar nicht zu den Stadtzürcher Prostitutionszonen. Im Niederdorf ist das der Seilergraben − Neumarkt − Rindermarkt − Marktgasse − Limmatquai. Dort darf Sex gegen Geld angeboten werden.Trotzdem sieht die Stadtpolizei keinen Grund, das Bordell ausserhalb dieser «Sex-Zone» zu schliessen. Mehr als eine Verzeigung der Personen sei nicht vorgesehen. «Bei einer entsprechenden Häufung von Strafanzeigen können zudem verwaltungsrechtliche Massnahmen eingeleitet werden», so Sprecher Marc Surber. Nicht beanstandet werde aber, für Rauchpausen einen Stuhl nach draussen zu nehmen, wenn dieser nachher wieder ins Innere zurückgenommen werde.

Für die Anwohnerin sind diese Argumente der Polizei wie ein Schlag ins Gesicht. Nun sucht sie zwangsläufig eine neue Wohnung.   

Nachtrag: Seitens der Stadtpolizei heisst nach Veröffentlichung des Textes, die Crux sei folgende: Zwar sei die Schoffelgasse tatsächlich keine Zone, wo draussen auf der Gasse aktives Werben um Sexkundschaft gestattet sei. Dies sei verboten und werde auch geandet. Doch gegen ein Bordell ausserhalb der Strichzonen sei nichts einzuwenden, wenn dieses den bau- und gewerbepolizeilichen Vorgaben entspreche.