Weltblatt für den
Kreis 1


Mutige Projekte für die Altstadt

Eine kurze Zeit laufende Ausstellung an der ETH Hönggerberg zeigte die Diplomarbeiten in Städtebau. Sie hatten die Weiterentwicklung der Altstadt zum Thema.

Auf Einladung von Hans-Christian Rufer von der ETH hat sich eine Anzahl von Altstadtbewohnerinnen und -bewohnern aufgemacht zur ETH Hönggerberg. Anlass war eine Führung durch die Ausstellung der Diplomarbeiten im Departement Architektur, Institut für Städtebau. Thema war die städtebauliche Entwicklung des Zürcher Niederdorfs. 22 Arbeiten waren an Stellwänden und in Schaukästen präsentiert, und Hans-Christian Rufer sowie drei Studentinnen präsentierten die Projekte.

Keine Tabus
Diese Projekte zeigten eine grosse Kreativität und Offenheit. Es gab kaum Tabus und die Realisierbarkeit der vorgeschlagenen Veränderungen der Altstadt – eigentlich Nieder- und Oberdorf – war offensichtlich kein Bewertungskriterium. So möchte eine der Arbeiten die Stadt am Fluss wieder aufleben lassen. Und schlägt (visuell auch filmisch dargestellt) nichts weniger als die Eliminierung des Limmatquais (durch Sprengung) vor; die Häuser an der Limmat stehen sodann direkt am Wasser. Jemand anders, Allegra Stucki, postuliert die Aufstockung der ganzen Altstadt um mehrere Stockwerke respektive eine entsprechende Änderung des Zonenplans, um das zu ermöglichen. (Wobei die Altstadt bereits heute das am stärksten verdichtete Gebiet der Stadt ist.)

Fülle von Ideen
Eine weitere Arbeit, die von Corinne Räz, sieht mehrere Orte vor, an denen in der Altstadt stattliche (Turm-)Bauten entstehen sollen, um eine neue Dynamik und neues Leben in die historisch gewachsenen Strukturen zu bringen. Ebenso neue Impulse verspricht das Projekt von Christine Wöhner, das die Übergänge zwischen Altstadt und Hochschulen durchlässiger gestalten will: Die heutige hohe, abweisend wirkende Mauer am Seilergraben soll nicht mehr so dominant sein. Der Höhenunterschied wird an verschiedenen Stellen durch breite Treppen und Rampen überwunden und es wird ein Bord mit Grünflächen angelegt.
Im Weiteren wird die kollektive Nutzung von Innenhöfen vorgeschlagen, ebenso der Wiederaufbau der Fleischhalle an der Limmat, es werden Höfe bebaut, es entsteht neuer Wohnraum durch Turmbauten und so fort.
Die Gäste zeigten sich beeindruckt ob der vorgestellten Masterarbeiten. Von der Fülle der Ideen, von der geballten Aufmerksamkeit, die dem eigenen Quartier zuteil wurde.
Gegenwärtig wird geprüft, ob die Arbeiten in einer Publikation zusammengefasst werden könnten, um sie längerfristig öffentlich zugänglich zu machen.

Elmar Melliger

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